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| Ratschläge für erfolgreiche Beziehungen mit Tunesiern | ||||||||||
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| Es muß vorausgeschickt
werden, daß die meisten "klassischen" Beziehungen,
nämlich die zwischen Europäerin und nicht oder gering
ausgebildetem Tunesier von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Das mag in einem Fall Monate, in einem anderen sogar eine Handvoll Jahre dauern, doch ultimativ sind diese Beziehungen eine Sackgasse, bei deren Ende meist die Frau diejenige ist, die, wenn nicht sogar finanziell, doch zumindest emotionell den größeren Schaden erleidet - und zwar ganz unabhängig davon, ob sie nun auf einen "Beznesser" getroffen war, oder nicht. Einige Tunesien-Kenner sagen schlicht und einfach, daß vom Grunde her erst einmal die arabische und die westliche Kultur und Gesellschaft inkompatibel zueinander sind, und ich stimme dem uneingeschränkt auch für Tunesien zu. Doch, selbstverständlich, sind nicht "alle" Beziehungen automatisch sinn- oder zukunftslos, denn speziell Beziehungen von Menschen höheren Intellektes (Intelligenz, Verstand, Verständnis) haben durchaus Chancen auch langfristig stabil zu sein. Dasselbe trifft zu, wenn Personen bereit sind "sich aufzugeben", sich also aktiv so tief wie möglich in die andere Kultur (des Landes, wo man zusammen wohnt) zu integrieren. Allerdings haben nur die wenigsten Beziehungen diese Voraussetzungen, was ganz einfach daran liegt, daß der durchschnittliche Tourist aus dem Westen nur auf eine ganz bestimmte Schicht von Tunesiern, nämlich Beschäftigten in der Tourismusindustrie oder Hilfsarbeiter und Herumlungerer auf Straße und Strand trifft - und auch nur diese aktiv Kontakt zum Touristen suchen. Diese jedoch stammen in mehr als 99% der Fälle nicht aus "respektablen" tunesischen Familien und haben keine wesentliche Ausbildung, und die "Kenntnis" des Westens stammt nicht aus dem Lesen oder Recherchieren von sachlichen Informationen, sondern aus amerikanischen Serien, Musikvideos und den Erzählungen von Freunden und Touristen. Die sehr traditionellen Tunesier hingegen sind zwar "Fremden" gegenüber sehr aufgeschlossen, doch Partnerbeziehungen mit ihnen kommen für sie durchweg nicht in Frage. Mögliche ernsthafte Partner befinden sich also irgendwo zwischen diesen beiden Polen und können meist bei Familienereignissen, in Universitäten oder Firmen zufällig getroffen werden. In den meisten Fällen handelt es sich sogar um Personen, die sich zunächst eine Partnerschaft mit einem Nicht-Tunesier gar nicht vorstellen können, und auch noch nie eine hatten, oder dem wenigstens sehr zweifelnd gegenüberstehen. Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Hände weg von jedem, der schon nach kurzer Zeit von großer Liebe und einer gemeinsamen Zukunft fabuliert! | Wie
man sich denken
kann, gibt es keinen Ratschlag, der für jede
denkbare Situation und jeden denkbaren Partner zutrifft. Dennoch gibt es einige grundsätzliche Hinweise, die zumindest auf die meisten Beziehungen "passen".
Ein Partner, der eine gute Ausbildung hat, und damit ist mindestens die Hochschulreife, noch besser aber ein Universitätsabschluß gemeint, bietet wesentliche bessere Chancen für eine ernsthafte Beziehung.
Falls man selbst kein Muslim ist (und zwar schon vor der Beziehung!), bietet ein Partner, der seine Religion weder extrem noch sehr ernsthaft beachtet, bessere Chancen für eine Beziehung. Hiermit ist ausdrücklich nicht der häufig anzutreffende Fall gemeint, daß jemand sagt "ich bin kein richtiger Muslim" und als "Beweis" Alkohol trinkt und häufig wechselnde Partner hat. Denn das resultiert nach einigen Jahren so gut wie immer darin, daß der Betreffende dann die "Sünden" der Jahre davor ausmerzen will und sogar ganz besonders religiös wird. Es sind vielmehr diejenigen gemeint, die nach sorgfältigen Überlegungen (Intellekt!) die Religion hinter die persönliche Beziehung und den Partner stellen und/oder die extreme Normen des Islams aus eigener, wohlinformierter Überzeugung (dazu ist die Kenntnis diverser islamischer Schriften, womöglich auch Diskussionen mit Imamen erforderlich) ablehnen und für sich stattdessen eine gemäßigte Form wählen. Bei tunesischen Frauen sieht es dabei so aus, daß sie eher bereit sind, zuliebe des Partners oder der Beziehung auf extreme Positionen, manchmal sogar auf viele Elemente des Islam insgesamt zu verzichten, wenn die Familie dies zuläßt (oder es nicht weiß). Bei Männern geschieht dies nur selten, dafür aber sind Männer in diesem Punkt emanzipierter gegenüber ihrer Familie.
Die Gesellschaft in Tunesien ist extrem sozial, Interaktionen mit der Familie und näheren Bekannten stellen ein sehr wichtiges, oft existentielles, Element dar. Dies führt zum einen dazu, daß ein Tunesier im Ausland diese Kontakte vermißt bzw. herzustellen versucht, doch es führt auch dazu, daß eine Emanzipation, im Sinne westlicher Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit, nur schwer stattfinden kann. Bei einer Integration in westlichen Ländern ist die Chance auf einen Erfolg umso höher, je weniger "heimische" oder "gleichgesinnte" Kontakte bestehen - umgekehrt wird bei einer Integration von westlichen Frauen in Tunesien erwartet, daß sie ihren Bekanntenkreis einschränkt (und nur auf Frauen beschränkt!) und generell mehr Zeit dem Zusammensein mit der Familie des Mannes widmet. Nur dann, wenn der jeweilige Partner sich darüber absolut klar ist und das auch selbst will, wird die Beziehung davon nicht belastet werden. |
Ein tunesischer Mann, der erkennbar am traditionellen Rollenverständnis festhält, bietet nur sehr geringe Chancen für eine ernsthafte, langdauernde, Beziehung mit einer Europäerin. Zu diesem Rollenverständnis gehören insbesondere übertriebene Eifersucht, Kontrollsucht und die Bejahung des Rollenverständnisses der Frau (Hausfrau und Mutter), sowie anderer traditioneller Elemente (homosoziale Freizeitgestaltung der Eheleute, Aufwendung großer Mengen an Zeit für die Pflege von Kontakten in Straßencafes, sehr häufige Familienbesuche). Hierzu gehören aber auch Fragen der Erziehung etwaiger zukünftiger Kinder. Hier ist z.B. ein Blick darauf, wie der Mann derzeit seine eigene (jüngere) Schwester behandelt oder über sie denkt, sehr aufschlußeich. Siehe auch unsere Checkliste für Beziehungen mit Tunesiern.
Die tunesische Gesellschaft hat eine ganz andere Vorstellung von Toleranz als die westliche. Toleranz wird dort vielfach als "Respekt" bezeichnet, ist aber keine Toleranz aus Überzeugung, sondern eine aus Tradition und gesellschaftlichem Zwang. Die westliche Form der Toleranz, das "Entgegenkommen", ohne dazu aufgefordert worden zu sein, wird dagegen als Schwäche verstanden (denn "wenn man etwas will, dann wird man auch alles tun, um es zu bekommen"). Insofern verschieben sich in einer tunesisch-westlichen Partnerschaft gerne die Kräfteverhältnisse zugunsten des tunesischen Teils, weil dieser, im Gegensatz zum westlichen Teil, nicht die (dauerhafte) Notwendigkeit sieht, ein Entgegenkommen des anderen Teiles durch eigenes Entgegenkommen zu beantworten. In der Realität sieht es so aus, daß in der weit überwiegenden Mehrzahl aller langdauernden tunesisch-westlichen Beziehungen die eine oder die andere Seite die meisten ihrer ursprünglichen Positionen aufgegeben hat und entweder die Frau oder der Mann die Führungsrolle übernommen hat, bzw. eine hohe Integration des einen Partners in die Kultur des anderen Partners stattfindet. Dies heißt in anderen Worten, daß eine Tunesier, der im Westen so westlich wie möglich leben will oder eine West-Frau, die in Tunesien so tunesisch wie möglich leben will, die besten Chancen auf eine langdauernde Beziehung haben. Doch nur dann, wenn, und das ist wichtig, wenn dies auf dem eigenen Wunsch bzw. der eigenen, wohlinformierten Entscheidung beruht. Eine "wohlinformierte" Entscheidung ist hier eine, die auf eingehenden Kenntnissen von Kultur, Religion, Sprache und Traditionen beruht - und nicht eine, die man nur nach oberflächlicher Kenntnisse der Dinge "zuliebe" des anderen trifft! Es gibt auch, seltener, meist bei beidseitigem hohen Bildungsstand oder Intellekt, den Fall, daß beide sich bewußt sind, daß es bei bestimmten Meinungsverschiedenheiten keine Übereinstimmung geben wird und diese Themen quasi dauerhaft ausgeklammert werden - was natürlich nur bei nicht existenziellen Themen funktionieren kann. Eine gleichberechtigte Partnerschaft westlichen Zuschnitts ist also durchweg nicht möglich und stellt allenfalls eine ganz besondere Ausnahme dar. | |||||||