Tunesien-Liebe

Wie funktioniert Bezness

Kontaktaufnahme - Zielgruppe - Vorgehen



Kontaktaufnahme zu Touristinnen

"Kontakt" zu einer Europäerin zu bekommen, ist einfach für den Beznesser - es reicht, ganz einfach die leicht zu erkennenden Touristinnen anzusprechen.

Am einfachsten geht das natürlich mit einer Arbeit im Touristengewerbe, speziell im Animations- oder Restaurationsbereich in den Hotels oder in einem der typischen Touristenshops Tunesiens.

Doch selbst dann, wenn man eine solche Position nicht hat, stehen die Chancen gut, auf der Straße, in einem Shop, einem Taxi oder einer Diskothek erfolgreich Frauen anzusprechen oder auf sich aufmerksam zu machen.

In letzter Zeit wird häufig berichtet, daß sich ein Beznesser zunächst im Hintergrund hält und erst kurz vor dem Ende des Urlaubs eine Touristin anspricht ("ich habe Dich die ganze gesehen, es aber nicht gewagt Dich anzusprechen").


Zielgruppe von Bezness

Durch Fernsehberichte und Presseberichte wird leider meistens der Eindruck erweckt, daß es sich bei der Zielgruppe bevorzugt um "naive", "dumme" oder "unansehnliche" Frauen handelt - doch in der Realität ist das ganz und gar nicht so.

Richtig ist vielmehr, daß das Alter oder Aussehen der Frau keine Relevanz für die Beziehung hat, denn dem Beznesser kommt es primär ja gar nicht auf die Vorzüge der Frau an sich an, sondern auf das, was sie ihm verschaffen kann. Doch natürlich, ohne jede Frage, zieht er diejenigen vor, die zusätzlich auch noch attraktiv sind (doch nicht, WEIL sie attraktiv sind).
Sätze, die man oft von Frauen hört, wie: "ich sehe noch gut aus für mein Alter", oder "man schätzt mich jünger", sind nicht mehr als Selbstillusionen, denn, wie gesagt, wie alt oder attraktiv man aussieht, spielt für den Beznesser prinzipiell keine Rolle.

Der Autor hat mit mehr als einem Beznesser gesprochen, der sich eine "unansehnliche" Frau mit Alkohol oder Drogen erst einmal "schöntrinken" mußte und sich im Freundeskreis auch offen darüber beklagte (obwohl sich hier die berechtigte Frage stellt, was wohl eher da gewesen ist - die Droge oder die Frau...).


Generell haben Beznesser also 3 Zielgruppen in dieser Reihenfolge im Auge:
  • alleinstehende, gutsituierte junge Frauen
    Genau dies entspricht auch dem Gesellschafts- und Beziehungsideal in Tunesien. Ehen zwischen tunesischen Partnern werden fast ausschließlich zwischen Männern und Frauen ähnlichen Alters (+-2 Jahre) geschlossen, und wenn einer der beiden wesentlich älter ist (mehr als 10 Jahre), dann ist es stets der Mann, niemals die Frau. Das ist die Realität, ausnahmslos.
  • Alleinstehende alte Frauen
    Das Alter einer Frau spielt bei der Beziehungsanbahnung, wie schon geschrieben, nur eine untergeordnete Rolle. Ältere, alleinstehende, Frauen bieten jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, daß sie finanziell vermögend (und wenn auch nur für tunesische Verhältnisse) und einem jungen Geliebten gegenüber nicht abgeneigt sind.
    Noch einmal zur Klarstellung: Die ernsthafte Beziehung von jüngeren Männern zu einer deutlich (10 Jahre und mehr) älteren Frau ist in Tunesien absolut undenkbar und wird von der Gesellschaft einhellig abgelehnt - man lacht darüber und man macht abfällige Bemerkungen darüber.
    Bei einer Beziehung zu einer Europäerin ist allerdings auch für jeden klar, daß es sich da um eine Bezness-Beziehung handelt, die für den Mann ertragreich sein und ohnehin früher oder später beendet sein wird, und deshalb, nur deshalb, wird sie für den Mann von Familie und Freunden positiv bewertet.
  • Alle anderen Frauen
    Hier ist es auch egal, ob sie verheiratet sind. Wenn der Ehemann gerade abgelenkt ist, werden Frauen manchmal ganz unverhohlen angeflirtet. Der Ehemann mißt dem meist keine Bedeutung zu und hält es für eine harmlose Schäkerei - doch ein tunesischer Ehemann würde in dieser Situation nicht lange fackeln, und das unbotmäßigen Verhalten des anderen Mannes mit klaren Worten und notfalls einem körperlichen Verweis beenden. Kein Wunder also, daß Touristen-Frauen von einigen tunesischen Männern als Freiwild angesehen werden, bei denen alles geht - man muß es nur versuchen.
    Was geschiedene Frauen betrifft, so zählen sie nicht zu den bevorzugten Zielen eines Beznessers, doch auch sie scheinen vermögend zu sein (sie können sich schließlich einen Urlaub leisten) und sind einem Geliebten oder potentiellen Ersatzvater für das Kind gegenüber wahrscheinlich nicht abgeneigt.

Die Ziele eines Beznessers sind, in dieser Reihenfolge:
  • das Visum nach Europa
    Gemeint ist hier das Dauervisum, das nur durch eine Heirat oder als Vater eines Kindes (Sorgerecht!) schnell und einfach erreicht werden kann.
  • finanzielle und Sach-Zuwendungen
    Hierzu zählen sämtliche Vorteile, die man erzielen kann - oder, mit anderen Worten, alles, wofür man selbst nichts bezahlen muß. Ob kleine Summen und kleine Geschenke, oder große, alles ist willkommen und wird selbst genutzt oder getauscht oder verkauft.
    Touristen (generell) machen sich oft keine großen Gedanken darüber, jemandem ein Geschenk zu geben, das sie nicht viel gekostet hat oder jemanden zum Essen, zum Diskothekenbesuch, etc. einzuladen, außerdem ist es Urlaubszeit und das Geld sitzt dann ohnehin lockerer, einige verspüren auch ein gewisses Mitleid. Doch was für den Touristen eine Kleinigkeit ist oder im Budget nicht auffällt, das kann für einen Tunesier, der zum Mindestlohn oder auch gar nicht arbeitet, ein ganz wesentlicher Vorteil sein, und für diesen Vorteil lohnt es sich, sich in jeder Beziehung zugänglich zu zeigen oder genau das zu sagen, was der Tourist hören will.

  • amouröser Spaß
    Dies bedarf keiner Erläuterung. Es ist allerdings nicht so, wie es viele vermuten, daß es in Tunesien dazu sonst keine Gelegenheit gäbe und derjenige, der dies sucht, auf Touristinnen angewiesen wäre.
    Die Realität ist vielmehr, daß es in Tunesien einen kleinen Bereich offizieller und einen großen Bereich inoffizieller Orte und Institutionen gibt, wo eine tunesischer Mann diesen "Spaß" preisgünstig erhält.

Entsprechend diesen Zielsetzungen erfolgt dann auch das weitere Vorgehen:


Strategie und Taktik

In vielen Fällen wird von einer baldigen Eheschließung geredet, in vielen Fällen wird es auch entweder eine ausgesprochene Bitte um Geld- oder Sachzuwendung geben - oder eine unausgesprochene Erwartung dessen.

Hat der Beznesser ein "Opfer" erwischt, das über wenig Geld verfügt oder nichts geben will, dann ist das auch nicht schlimm, denn jeden Tag kommen schließlich auf dem Flughafen neue Touristinnen an.

Das, was man hat, gibt man natürlich nicht her und so wird, selbst wenn es sich um eine parallele Zweit-, Dritt- oder Viertbeziehung handelt, dennoch an jeder Beziehung "gearbeitet".
Denn selbst wenn keine Ehe und kein Visum herausspringt, dann lockt doch immerhin noch die Aussicht auf Amore und auf finanzielle Vorteile geringerer Art - die Bezahlung von Taxifahrten und Diskothekenbesuchen etwa.
Und - wer weiß, vielleicht entwickelt sich die Sache ja doch noch positiv, wenn man ihr nur mehr Zeit gibt.
Ein typisches Merkmal aller Beziehungen ist es daher, daß sie niemals aufgegeben oder vergessen werden - selbst nach Monaten und manchmal Jahren wird wieder versucht, sie aufzuwärmen.

Solange die Beziehungen jedoch noch "heiß" und frisch sind, findet ein Feuerwerk von Telefon- und SMS-Kontaktierungen statt, daß dem Opfer keine Zeit läßt, die Beziehung mit gehörigem Abstand zu betrachten, durchaus auch abgelöst von Zeiten des Kontaktentzugs, in dem jemand dann aus irgendwelchen Gründen "nicht erreichbar" gewesen ist (Zuckerbrot und Peitsche - Taktik).

Oftmals gewinnt bei Mehrfachbeziehungen diejenige Frau es als schnellste schafft, die  Ehe einzugehen und ein Visum nach Europa zu besorgen und die idealerweise auch alle Feierlichkeiten und Ticketkosten zahlt

Man wird jedoch heutzutage, wie schon gesagt, nur noch in Ausnahmefällen auf einen Beznesser treffen, der sogleich mit der Türe ins Haus fällt und um finanzielle Zuwendungen bittet.
Da handelt es sich dann meist um Personen, die noch „neu“ im Geschäft sind, oder die mehrere Beziehungen haben und bei einer neuen Bekanntschaft lediglich zusätzlich ohne große Mühe etwas „mitnehmen“ wollen.

Früher oder später wird sich jedoch in so gut wie allen Fällen zeigen, daß bestimmte Forderungen – offen oder verdeckt - gestellt werden.

Die geringste Form besteht darin, bei persönlichen Treffen unter Hinweis auf die eigene Situation (kein Job, schlecht bezahlter Job, etc.) selbst nur kleinste Dinge selbst zu bezahlen (Kaffee, Zigaretten, Taxifahrt) und im Übrigen die Zahlung durch die Europäerin zu erwarten – was in den meisten Fällen auch ohne großes Nachdenken geschieht, weil aus europäischer Sicht selbst ein Diskotheken- oder Restaurantbesuch zu zweit nur geringe Kosten verursacht.

Die nächste Stufe sind dann Bitten um kleinere Gefälligkeiten, wie dem Mitbringen von Schokolade oder Alkohol, dem Übergeben eines kleinen Betrages für die Aufladung des Prepaid-Telefones, und dies steigert sich dann mit der Zeit über Kleidung, MP3-Player bis hin zu aktuellen Mobiltelefonen oder tragbaren Computern (Laptop, Netbook, Tablet).
Natürlich werden Forderungen zur „Hilfe“ nicht immer offen ausgesprochen, sondern es wird stattdessen nur die Situation dramatisch beschrieben und darauf gehofft, daß die Europäerin von selbst aus Mitleid oder Unterstützungwillen ihre Hilfe anbietet.
Die angebotene Hilfe wird meistens gerne angenommen, womöglich nach einer Weile des Zierens (ich würde es ja nicht tun, doch es geht nicht anders) und oft mit der Zusicherung der baldigen Rückzahlung (die tatsächlich aber niemals stattfinden wird).


Katastrophenland Tunesien

Für einen Außenstehenden scheint Tunesien dabei ein Land zu sein, in dem täglich alle Arten von Mißgeschicken bis Katastrophen passieren, die stets nur mit Geld beseitigt werden können.

Ein Mobiltelefon fällt ins Wasser und wird unbrauchbar, die Mutter oder der Vater oder Bruder/Schwester brauchen plötzlich Medizin oder eine ärztliche Behandlung, die Polizei oder Stadtverwaltung muß bestochen werden, der Arbeitgeber verlangt Wiedergutmachung für ein beschädigtes Teil, Dinge werden gestohlen oder gehen verloren, oder ein junger Mann muß sich vom Militärdienst in Tunesien freikaufen, um nur die gängigsten Fährnisse zu nennen, die jeden Tunesier beinahe im Wochenrhythmus zu treffen scheinen.


Ausnutzen von Zwangslagen

In vielen Situationen werden Zwangslagen bewußt ausgenutzt.

Zu nennen sind hier speziell die Kommunikation (ich habe kein Geld, um Dich anzurufen, wenn wir uns unterhalten wollen, mußt Du anrufen), aber auch eine generelle persönliche Lebenssituation (mir wurde gekündigt, ich habe kein Geld mehr für die Miete und zum Essen) oder familiäre Begebenheit (für den kommenden hohen Feiertag können wir uns nicht einmal ein Schaf kaufe, daß wir schlachten müssen).

Nicht nur wird hier der Europäerin, die „an der Angel hängt“ ins Gewissen geredet oder Mitleid geweckt - wer will schon nicht mit seinem Liebhaber alle paar Tage telefonieren, wer läßt ihn gar hungern oder einen Festtag traurig verbringen -  sondern es wird mit Kalkül die profunde Unkenntnis lokaler Begebenheiten ausgenutzt.

Denn in Tunesien gibt es beispielsweise so gut wie niemanden, der kein Dach über dem Kopf oder keine tägliche Mahlzeit, wie einfach auch immer, hätte, denn Freunde und Familie werden im Notfall immer eintreten - und ein ausgiebiges Festmahl wird weder von der Religion, noch von der Tradition zwingend vorgeschrieben (sondern nur als "erstrebenswert" für diejenigen bezeichnet, die es sich auch leisten können).
Selbst der Militärdienst in Tunesien, von dem sich so gut wie jeder männliche Tunesier gerne freikaufen will, ist weitgehend mit dem z.B. in Deutschland zu vergleichen, und mit der Ausnahme der ersten wenigen Wochen Grundausbildung sind Kontakte nach „außen“ und Heimaturlaub üblich.
Ein „Verschwinden“ für Monate mit Kontaktverbot ist ein Märchen, mit dem jedoch immer wieder gerne die Angst der Geliebten geschürt und das Portemonnaie zum Freikauf geöffnet werden soll.
Im Gegenteil - der Militärdienst ist eine durchaus charakterbildende Zeit, die der Mehrzahl der Beznesser gut zu Gesicht stehen würde!


Geld und Geschenke

Daß eine Vielzahl der Gegenstände und sogar des Geldes, das ein Beznesser erbittet, gar nicht in seinen Taschen endet, ist eine andere Sache.

Man sollte sich nicht wundern, das T-Shirt, die Markenjeans oder das Mobiltelefon später bei dessen Bruder, Schwester oder einem Freund zu sehen, denn Tunesier haben zu persönlichen Gegenständen einen anderen Bezug, als viele Europäer und bewerten sie zuvorderst nach Gebrauchs- und Tauschwert.

Und was Geld betrifft, so gilt in vielen Familien in Tunesien, daß jeder, der gerade etwas hat, dies auch gibt, wenn es erforderlich ist.
Speziell Männer sind zum Unterhalt etwa der Eltern auch gesetzlich verpflichtet, und die Verwendung oder gar „Sparen“ für persönliche Zwecke sind weitgehend unbekannte Konzepte in einer Kultur, in der die Gruppe mehr gilt,als das Individuum.

Hinterläßt man z.B. Geld „für den Notfall“, so wird man stets feststellen, daß, unabhängig von der verstrichenen Zeit, während der Abwesenheit ein Notfall eingetreten und das Geld dafür verwendet worden ist.


Fortsetzung:

Vorbeugung gegen Bezness



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