Liebe in Tunesien
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Tunesien
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Traditionell beginnen Beziehungen in Tunesien, in dem ein Mann eine Frau sieht oder sie ihm "empfohlen" (z.B. von Eltern oder Freunden) wird.
Er wird dann falls eine Ehe beabsichtigt ist, begleitet von Familienmitgliedern, zum Vater der Frau gehen und dort die Heiratsverhandungen beginnen.

Falls der Vater dieses Ansinnen nicht sofort ablehnt, wird der danach mit der Tochter sprechen (in manchen Fällen kennt die Tochter den Verehrer noch nicht).
Frauen dürfen in Tunesien dem Wunsch des Vaters widersprechen, es gibt also keine "Zwangsheirat".

Falls sich die beiden zukünftigen Eheleute einig sind, dann erfolgt als nächstes die Verlobung, die übrigens so gut wie immer mit Goldgeschenken, also Schmuck (Ring und Kette), des Verlobten an die Verlobte bekräftigt wird.

Erst ab diesem Zeitpunkt dürfen der Mann und die Frau sich treffen, doch zunächst nur unter der Aufsicht eines Familienmitglieds.

Nach einer mehr oder weniger langen Verlobungszeit, in der sich die beiden kennenlernen, erfolgt schließlich die Hochzeit.

Natürlich ändern sich die Zeiten, auch in Tunesien, und so erfolgt heutzutage das Kennenlernen auch in der Schule oder auf der Straße, in besonders modernen Gegenden auch in "gemischten Cafes", in die Männer und Frauen gehen.

In vielen Fällen treffen sich Paare auch "heimlich" und es kommt dabei auch durchaus zum Geschlechtsverkehr (allerdings meist nicht zur Heirat, weil viele Männer trotz dieser "Abenteuer" die "Jungfrau" aus guter Familie bevorzugen bzw. auf Wunsch der Familie in Tunesien bevorzugen müssen).
Nach einiger Zeit wird dann der Mann in traditioneller Weise den Vater der Frau ansprechen.


Beziehung zu Europäern

Anders sieht in den meisten Fällen aus, wenn Beziehungen zwischen tunesischen Männern und europäischen Frauen beginnen.

Hier erfolgen Kontakte in aller Öffentlichkeit, der Mann macht gar nicht erst den Versuch, beim Vater der Frau um ihre Hand anzuhalten und stellt sie schon nach wenigen Tagen des Kennenlernens der Familie vor.
Oft sind sexuelle Kontakte vor der Ehe und sogar gemeinsame Übernachtungen, manchmal gar im Hause der Familie, üblich.

Alles dies widerspricht in höchstem Maße tunesischer Tradition und Kultur - was nichts anderes bedeutet, als daß es sich hier nicht um eine "ehrenhafte" und ernsthafte Beziehung handelt, sondern andere Motive überwiegen.

Und das weiß auch jeder Tunesier, der eine solche Beziehung sieht, ohne daß darüber gesprochen werden muß.
Diese "anderen" Motive sind, in so gut wie allen Fällen, der leicht und kostenlos zu erhaltende Sex und die (berechtigte) Hoffnung auf finanzielle und Sachzuwendungen und auf ein Visum für Europa.

Fairerweise muß man sagen, daß ein Tunesier eine solche Beziehung nicht immer und in jedem Falle als einen einseitigen Profit, ein Ausnutzen (Bezness in Tunesien) betrachtet - vielmehr geht er oft davon aus, daß seine Männlichkeit ("starker, richtiger Mann") einen angemessener Ausgleich für die Vorteile darstellt, die er zu genießen hofft.
Das hört sich zwar skurril an, doch so ist es. Zudem hält sich in weiten Kreisen der tunesischen Männerwelt die Überzeugung, daß europäische Männer "kalt" sind (weil sie nicht beim Verspüren einer Regung sofort den Wunsch nach Sex haben) und Frauen daher, in erster Linie sogar, Gefallen an tunesischen Männern haben, die "allzeit bereit" wären.

Unter der Hand wird mitunter auch z.B. davon gesprochen, daß das Eingehen von Beziehungen zu Frauen mit Behinderung oder größerem Altersunterschied eine "Leistung" des Mannes ist, die einer "Bezahlung" der Frau bedarf.

Niemand sollte sich da falsche Vorstellungen vormachen - wer in Deutschland nicht von Männern umschwärmt wird, die 10, 20 und mehr Jahre jünger sind, der wird es auch in Tunesien nicht.
Und wenn doch, dann nur, weil sich daraus für den Mann, und, ebenso wie er es vermutet, auch für die Frau, Vorteile ergeben.

Eine Ehe ist gemäß islamischem Recht ein geschäftlicher Vertrag - nicht mehr und nicht weniger, und genau das galt übrigens auch in Europa noch vor 200 Jahren ebenso.

Falls dies beiden Seiten beim Eingehen einer Beziehung klar ist, dann gibt es kein Problem, denn dann weiß man ja genau, worauf man sich einläßt und wird stets darauf bedacht sein, seinen Vorteil zu erhalten.

Wer aber den Fehler begeht, in romantischer Verblendung an die "große Liebe" des tunesischen Partners zu glauben, der wird dafür früher oder später zahlen, auf die eine oder andere Weise, und das so sicher, wie der Tod dem Leben folgt.
Arbeiten im Tourismusgewerbe

Hier muß zunächst bemerkt werden, daß, entgegen landläufiger Meinung, nicht "jeder" Tunesier um jeden Preis Tunesien verlassen will, um sein Europa sein Glück zu machen.
In den meisten Fällen handelt es sich bei den "Landesflüchtigen" um Männer, die aus bescheidenen sozialen und finanziellen Verhältnissen kommen und weder über eine ausgezeichnete Schulbildung, noch über einen respektablen Arbeitsplatz verfügen und/oder um Männer, die bereits in Europa lebende Familienmitglieder haben.

Ein Tunesier nämlich, der einen guten Arbeitsplatz hat, aus einer Familie mit gutem Status kommt, die Wert auf Tradition legt, hat entweder keinerlei Interesse, Tunesien zu verlassen - oder, wenn er dies in Erwägung zieht, dann wird er das aus eigener bzw. Familienkraft schaffen, aber niemals mit der Hilfe einer Beziehung zu einer "Ausländerin".

Zudem ist die Arbeit im Touristengewerbe, auch wenn sie einträglich ist, für Tunesier sozial wenig akzeptabel, man wird also, abgesehen von hohen Posten (z.B. Manager, Direktor), keinen Tunesier "von Stand" als Animateur, Kellner, Verkäufer oder Handtuchausleger finden.

Hier handelt es sich sämtliche um "Hilfsarbeiten", die zudem in einer Umgebung ausgeführt werden, die traditionell/religiös nicht akzeptabel ist (Ausschank von Alkohol, Betrachten halbbekleideter Frauen, etc.), weder für Männer, noch für Frauen - noch viel weniger für Frauen, sogar.

Arbeiter im Tourismusgewerbe befinden sich nur dort, weil es höheren Profit verspricht oder weil sie nichts anderes gefunden haben - diese Berufe werden nicht "geliebt" und werden von niemandem "erträumt", und das gilt für 99% aller dort Beschäftigten.


Kontakt zu Europäern

"Kontakt" zu einer Europäerin zu bekommen, ist einfach - es reicht, Touristinnen anzusprechen.

Am einfachsten geht das natürlich mit einem Arbeitsplatz im Touristengewerbe, speziell im Animations- oder Restaurationsbereich in den Hotels in Tunesien.

Doch selbst, wenn eine solche Position nicht erlangt werden kann, stehen die Chancen gut, auf der Straße, in einem Shop, einem Taxi oder einer Diskothek erfolgreich Frauen anzusprechen oder sie auf sich aufmerksam zu machen.

Generell haben die Männer dabei 3 Zielgruppen in dieser Reihenfolge im Auge:
  • alleinstehende, gutsituierte jüngere Frauen
  • alleinstehende ältere Frauen
  • alle anderen Frauen
Schönheit, Gewicht, Alter, Intelligenz oder Erziehung spielen absolut keine Rolle, sondern allein der aus dieser Beziehung zu erwartender Profit (der, wie bereits gesagt, bei Beziehungen mit europäischen Frauen aus Sex, Geld und Visum) besteht.

In den seltensten Fällen fährt eine europäische Frau in den Urlaub nach Tunesien, um dort eine ernsthafte Liebesbeziehung zu beginnen.
Es gibt natürlich Sextouristinnen, keine Frage, doch da handelt es sich nicht um eine "Liebesbeziehung", also lassen wir das hier einmal außen vor.

In so gut wie allen Fällen geht der Beginn einer Beziehung deshalb vom tunesischen Mann aus.

Von seltenen Fällen abgesehen, in denen Schüchternheit als "Masche" verwendet wird (schüchteren Blicke, erst gegen Endes Urlaubs näherer Kontakt), die bei europäischen Frauen ziemlich gut zu funktionieren scheint, wird eine Schrotschußstrategie bevorzugt: Offenes "Anmachen" möglichst vieler potentieller Zielpersonen ist angesagt, und je nach der Resonanz wird dann die weitere Taktik verfolgt.

Frauen, die eine bestimmte Prädisposition haben, werden dabei bevorzugte Opfer.
So hart es klingt, doch geringes Selbstbewußtsein kann man sehen, hören und spüren, wenn man dafür sensibilisiert ist.

Entsprechend groß in diesem Beziehungskarussell ist daher im Verhältnis die Zahl der Frauen, die z.B. geschieden sind, im fortgeschrittenen Alter sind, unvorteilhaft aussehen, sich in einer unglücklichen Beziehung befinden oder über geringe Lebenserfahrung verfügen.

Alle diese Frauen werden zielsicher und schnell herausgefunden und angegangen.

Erschwerend für die Frauen kommt es hinzu, daß sie sich in einer speziellen Gefühlssituation befinden.

Sonne, Sand und Meer, eine ungewohnte und deshalb abenteuerliche Umgebung, fremde Stimmen, Gerüche und Eindrücke und das Bewußtsein, sich im Urlaub und fern der Alltäglichkeit zu befinden, verwirrt die Sinne und den Verstand.
Zwei Welten

Welche gestandene Frau würde es in Erwägung ziehen, am Badesee in der Nachbarstadt einen lächelnden Liegestuhlaufsteller, der 20 Jahre jünger ist also sie, ernsthaft als Beziehungspartner in Erwägung zu ziehen?

Welche Frau würde bei einem Urlaub im Bayerischen Wald dem Kellner des Urlaubshotels, weil dieser ihr klagt, wie wenig er verdient, ein Mobiltelefon schenken? Oder ihn gar in die Diskothek einladen (Frau bezahlt)?

Wahrscheinlich so gut wie keine - weil hier nämlich die sinnverwirrenden Eindrücke, das Fremdartige und Unbekannte fehlen, weil hier die Frau sehr genau einschätzen könnte, was "sich gehört" und was "gelogen" ist.

Kurz gesagt, sie kennt die gesellschaftlichen Normen und hat eine Vorstellung von den finanziellen Gegebenheiten.
Darüber aber ist sie in Tunesien völlig im unklaren.

- In Europa ist es absolut üblich, mit einem Mann, mit dem man nicht verheiratet ist, abends auszugehen - in Tunesien tun das nur Prostituierte (oder Europäerinnen, doch die gelten vielfach durch die Bank ohnehin als sittenlos).

- In Europa hebt niemand die Augenbrauen, wenn ein nicht verheiratetes Paar in einem Hotel oder Apartment die Nacht zusammen verbringt - in Tunesien tun das nur Frauen, die Prostituierte sind (und Europäerinnen...).

- In Europa ist es normal, daß Mann und Frau getrennt oder abwechselnd füreinander bezahlen - in Tunesien schmunzelt man über die Dummheit europäischer Frauen, die die Zeche für den Mann mitbezahlen, denn dort zahlt der Mann, immer, ohne Wenn und Aber.

- Heiratet man in Europa, so lebt man hinterher meist ebenso wie vorher - in Tunesien ist es dagegen dann die Pflicht des Mannes, sie zu beschützen, anzuleiten und ihr sittliches Leben zu überwachen und gegebenfalls zu korrigieren (notfalls auch durch körperliche Einwirkung, wenn es nicht anders geht).

- In Europa klagt man oft über "soziale Kälte", weil hier Personen zur Eigenständigkeit erzogen werden - in Tunesien meint man, sich im Paradies zu befinden, weil dort ja alle Familien so gut zusammenhalten.
Das tun sie auch, dafür aber mischen sie sich auch in alles ein und als Frau befindet man sich stets unter "Überwachung" von Familie und Bekannten.

- Während man in Europa stets "unter Stress" steht, lebt es sich in Tunesien offenbar ganz locker in den Tag hinein. Und das ist auch richtig - wenn man nämlich ein vermögender Europäer ist.
Denn der Europäer muß ja nicht 50- und 60-Stunden-Wochen arbeiten, er hat auch noch genug zum Über-Leben, wenn er keine Arbeitsstelle hat, er muß sich nicht an jedem zweiten Polizeiposten ausweisen und nicht in der Öffentlichkeit stets darauf bedacht sein, nichts zu tun, was etwaige Nachbarn, Familienmitglieder oder Bekannte sehen und anderen weitersagen könnten.
Er darf essen, rauchen und trinken, was, wo und mit wem er will - und sich, in einer Beziehung oder Ehe, auch per Telefon mit Personen anderen Geschlechts unterhalten.

Stress? In Tunesien? Aber woher denn...


Kurz gesagt - die europäische Frau hat keinerlei Vorstellungen, wie es in der Welt, die für eine Sonder-Zeit, nämlich "Urlaub" ist, zugeht, was man dort denkt und wie man sich dort verhält.

Im Laufe der Zeit lernt sie es dann, natürlich von ihrem Geliebten, und ebenso natürlich genau das, was sie nach seiner Meinung lernen soll - und das muß nicht die Wahrheit, zumindest nicht die volle Wahrheit, sein.

Insofern muß mit dem Eingehen einer Beziehung unbedingt die Kenntnis der Gesellschaft und auch der Sprache einhergehen - doch nicht gefiltert und abgeschirmt vom Geliebten, seiner Freunde und Familie, sondern realitätsnah und im Dialog mit beiden Geschlechtern in Tunesien - nur so hat die Frau auch nur die Chance, zu beurteilen, welchen Gedanken- und Gesellschaftshintergrund ihr Partner hat.

Und das ist mehr als wichtig, denn nach der Eheschließung wird nichts mehr so sein wie vorher - da lebt man dann nämlich entweder in Europa oder in Tunesien, und einer der beiden hat, selbst nach langer Beziehung, kaum eine Ahnung, wie die Realität, der Alltag des Lebens dort aussieht.

Und in den meisten Fällen haben auch die Partner voneinander keine Ahnung, denn die vorehelichen, zeitlich begrenzten, Treffen in Urlaubsatmosphäre stellen in keiner Weise einen Ausschnitt  dessen dar, wie sich der eine oder andere verhalten werden, wenn man jeden Tag, rund um die Uhr, zusammenlebt.
Noch einmal zur Erinnerung: Der gesellschaftliche Hintergrund beider Personen kann nicht unterschiedlicher sein - und je älter jemand ist, je länger er in "seiner" Gesellschaft sozialisiert wurde, umso unwahrscheinlicher ist es, daß man sich schnell oder überhaupt noch ändern, anpassen kann.

Die Erwartung, daß sich ein Tunesier, sobald er nach der Eheschließung nach Deutschland kommt, auf einmal und ganz plötzlich so verhält, wie man es von einem deutschen Mann gewohnt ist, ist völlig wirklichkeitsfremd - ebenso, daß sich eine deutsche Frau, die nach Tunesien zieht, dort in die Gesellschaft einfügen wird!
(c) 2009-2012 Tunesien-Liebe